Aktuelle Projekte


Ökonomische Präkonzepte von Grundschulkindern

Projektleitung

Prof. Dr. Holger Arndt & Prof. Dr. Bärbel Kopp

Kooperationspartner

Joachim-Herz-Stiftung                                                  

Kurzbeschreibung 

Ökonomische Bildung wird zunehmend als wesentlicher Bestandteil der Allgemeinbildung gesehen, da eine selbstständige und selbstverantwortliche Bewältigung von Lebenssituationen die Auseinandersetzung mit ökonomisch geprägten Sachverhalten verlangt. Schon Kinder im Grundschulalter müssen ökonomische Herausforderungen bewältigen, wenn sie z.B. mit knappen Ressourcen wie Geld und Zeit umgehen oder als Nachfrager auf Märkten agieren. Durch lebensweltliche Erfahrungen entwickeln Kinder eigene Deutungsmuster zu ökonomischen Sachverhalten (z.B. Tauschvorgänge, Funktion von Geld, ökonomische Ungleichheit), die nicht immer mit den wissenschaftlich tragfähigen Erklärungen übereinstimmen. Um im Sachunterricht anschlussfähiges Lernen zu ermöglichen und den Erwerb belastbarer Konzepte zu unterstützen muss analog zum mittlerweile gut untersuchten Bereich der Naturwissenschaften auch hier erfasst werden, über welches Vorwissen Grundschulkinder verfügen.

 Die durch die Joachim-Herz-Stiftung geförderte empirische Studie „Ökonomische Präkonzepte von Grundschülern“ untersucht die Vorkenntnisse und (Fehl-)Vorstellungen von Grundschulkindern zu ökonomisch relevanten Inhalten aus den Bereichen Konsum, Arbeit, Unternehmen und Staat bzw. wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

 In einem ersten Projektschritt wird eine explorative qualitative Vorstudie durchgeführt, in der Leitfadeninterviews mit Grundschulkindern aus verschiedenen Klassenstufen geführt werden, um Erklärungsversuche („Präkonzepte“) zu identifizieren. Auf dieser Basis soll ein standardisierter Test entwickelt werden. Dieses Testinstrument sowie erste deskriptive Auswertungen sind das Ergebnis des ersten Teilprojekts.

 Daran anschließend wird im zweiten Teilprojekt auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse eine großflächige Erhebung in mehreren Bundesländern geplant. Die Auswertung der Fragebögen erfolgt mit dem Ziel, die (Fehl-)Vorstellungen von ökonomischen Begriffen, Konzepten und Zusammenhängen und deren Abhängigkeit von anderen Faktoren wie z.B. dem Alter oder dem Bundesland zu identifizieren.

Projektdauer                                                

Juli 2013 – Juli 2015                         

Finanziert durch 

 

Für die Durchführung von Interviews und Fragebogenerhebungen bieten sich zahlreiche Möglichkeiten von Bachelorarbeiten (für Studierende der Lehrämter Grundschule, Mittelschule, Realschule und Gymnasium).

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Analyse von Lehrplänen im Hinblick auf ihren Beitrag zur Ökonomischen Bildung

Um die sich stark unterscheidenden Lehr- und Bildungspläne der einzelnen Bundesländer im Hinblick auf ihren Beitrag zur Förderung ökonomischer Bildung beschreibend vergleichen zu können, bedarf es eines geeigneten Analyserahmens. Hierfür werden Bildungsstandards im Hinblick auf ihre Kompetenzerwartungen für den Bereich der jeweiligen Schulform (Grundschule, Haupt/Mittelschule, Realschule und Gymnasium) untersucht und aus diesen Analysekategorien extrahiert. Anhand dieser Kategorien werden dann die Kompetenzanforderungen und Inhalte der Lehrpläne der Bundesländer analysiert und miteinander verglichen.

Das Projekt für die Primarstufenlehrpläne (Fach Sachunterricht) ist weitgehend abgeschlossen. Die entsprechenden Ergebnisse können verwendet werden, um im Rahmen von Bachelorarbeitendie anderen Schulformen zu bearbeiten.

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Entwicklung eines wirtschaftsdidaktischen Aufgabenklassifikationssystems

Aufgaben und Probleme sind von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsunterricht, etwa im Zusammenhang mit dem Prinzip der Problemorientierung, dem Roth’schen Phasenschema, dem Konzept des entdeckenden Lernens und fachdidaktischen Konzepten wie der lebenssituationsorientierten ökonomischen Bildung. Auch bei fachtypischen Methoden wie der Leittext- und der Webquestmethode, aber ebenfalls für Fallstudien, System Dynamics, Planspiele und Rollenspiele stellen Aufgaben ein wichtiges Element dar. Allerdings existieren im Bereich der Wirtschaftsdidaktik noch keine überzeugenden fachspezifischen Aufgabenklassifikationssysteme. Stattdessen werden in Lehrwerken überwiegend die Lernzieltaxonomien von Bloom (1976) oder Anderson & Krathwohl (2001) verwendet, um das Anspruchsniveau von Aufgaben zu analysieren.

Das im Rahmen des Projekts zu entwickelnde und zu validierende Klassifikationssystem ist primär für den Einsatz in den unterschiedlichen Phasen der (Wirtschafts-)Lehrerbildung gedacht. Dabei steht die Sensibilisierung für aus wirtschaftsdidaktischer Sicht bedeutsame Aspekte der Aufgabengestaltung im Vordergrund und weist auch qualitativen Charakter mit Interpretationsspielräumen auf.

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Lehrerbildung in der ökonomischen Bildung

Das besteht in einem systematischen Ländervergleich der Lehrerbildung in der ersten Phase anhand von Kriterien wie Fachstruktur, Verhältnis von Fachdidaktik und Fachwissenschaft, Studienstruktur, Ausgestaltung von Praktika, Lehrerprüfungsordnungen, Leuchtturmprojekte, etc.

Auf Basis einer differenzierten Darstellung der einzelnen Länder soll auch eine vergleichende Auswertung erfolgen.

Für Teilaspekte des Projekts können Bachelorarbeitenvergeben werden.

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Onlinesimulationsumgebungen

Hier werden schrittweise Onlinesimulationen verfügbar gemacht und deren Lerneffekte (u.a. mit Tests und Fragebögen) erhoben. Derzeit befindet sich dieses Projekt noch in einer sehr frühen Experimentierphase.

  • Heat Bugs
  • Langfristige Konsequenzen wirtschaftlicher Entscheidungen

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Deskriptive empirische Forschung im Wirtschaftsunterricht (DeFWi)

Um der politischen und didaktischen Diskussion eine verstärkte empirische Grundlage zu geben, soll diese ausgebaut werden. Entsprechend besteht das primäre Ziel des Projekts darin, die verschiedenen Ausprägungen des Wirtschaftsunterrichts möglichst differenziert zu erfassen. Auf dieser Basis sollen dann insbesondere Fragen nach der Gestaltung des Wirtschaftsunterrichts (z.B. hinsichtlich Medieneinsatz, Methodenverwendung, Aktions- und Sozialformen, Kommunikationsstruktur, angestrebte Ziele) aber auch nach dessen Voraussetzungen (Qualifikation der Lehrkräfte, Art der Fachkonstruktion, curriculare Verankerung) untersucht werden.

Entsprechende Daten werden mittels Videographie der Unterrichtsstunden, durch Fotographien der verwendeten Medien, durch Lehrer- und Schülerfragebögen und teilweise durch Interviews erhoben.

Für interessierte Studenten bieten sich im Rahmen dieses Projekts zahlreiche Möglichkeiten für Bachelorarbeiten.

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Kognitive Aktivierung im Wirtschaftsunterricht

Kognitive Aktivierung – ein wesentliches Merkmal von Unterrichtsqualität - wird nicht per se quasi als Selbstzweck als bedeutsam angenommen, sondern vor dem Hintergrund der Annahme, dass kognitiv aktivierender Unterricht eine wichtige Voraussetzung zum Erreichen der Ziele des Wirtschaftsunterrichts darstellt.

Im Rahmen des Projekts wird untersucht u.a., welche der fachdidaktischen Konzepte und methodischen Gesichtspunkte sich im praktischen Unterricht finden und wie sie umgesetzt werden, wobei der Fokus der Analyse auf dem kognitiven Aktivierungsgrad der Umsetzung liegt. Fragestellungen sind u.a.:

- Bezugnehmend auf die kategoriale ökonomische Bildung: Welche fachdidaktisch relevanten Kategorien sind einzelnen Stunden immanent? Werden ihr allgemeiner Charakter und ihr Transferpotenzial herausgearbeitet? In welcher Hinsicht erfolgt dies kognitiv aktivierend?

- Im Hinblick auf das didaktische Prinzip etwa der Problemorientierung soll eruiert werden ob und wie das der Methode immanente kognitive Aktivierungspotenzial genutzt wird.

- Weiterhin ist die Analyse des kognitiven Aktivierungsgrads von „Aufgaben“ im Wirtschaftsunterricht interessant (vgl. separates Projekt).

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Entwicklung von Unterstützungsmöglichkeiten im Rahmen der Berufsorientierung an Mittelschulen in der Region Ingolstadt

für das Regionalmanagement IRMA e.V.

Es wurde untersucht, welche berufsorientierenden Inhalte des Lehrplans an den Mittelschulen in den Jahrgangsstufen 7 bis 9 umgesetzt sowie welche externen Maßnahmen hinzugezogen werden. Die externen und optionalen Maßnahmen wurden anschließend gebündelt und gemäß der Qualitätsangaben der regionalen Lehrkräfte als Empfehlung zusammengestellt. Die Ergebnisse der Untersuchung sollten anschließend in die regional zu erstellenden Berufsorientierungskonzepte einfließen.

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